Seriously mad but quite normal: Der blaue Engel - Blue Angel

24. Oktober 2012

Der blaue Engel - Blue Angel



Auf den braunen Schwingen der Melancholie
erhebt sich mein Geist aus dem Dunkel
seiner trostlosen Existenz,
um in die lichtlose Tiefe abzutauchen
und die Finsternisse der Depression zu durcheilen.


Dunkle Mächte gieren mir feindlich entgegen,
wohl wissend, dass ein einziger Lichtgedanke
ihnen nähme, wonach sie mir trachten - das Leben,
gewoben aus Schatten und Helle.


Verderben bringend sieht der Dunkle Prinz zu mir.
Er will, dass ich in seinem Reich für immer
das Bürgerrecht erwerbe.
Doch er vermag nichts, wenn ich ihn abweise.
Er kann meinen Willen erst dann besiegen,
wenn ich ihm diesen
auf seinem Altar als Opfer darbringe.


Plötzlich berührt mich ein kühlender Hauch,
der mein Herz dennoch mit Wärme erfüllt.
Der blaue Engel naht
sich mir auf goldenen Fittichen,
schön und zugleich schrecklich anzuschaun.


Liebevoll ermahnt er mich,
den Weg zurück zu suchen.
Denn nicht Wahn sei das Schicksal,
- sondern Leben.


© drago 1997



Kommentare:

  1. Es hat eine Sogwirkung! Ich möchte bei manchen Zeilen wegsehen und kann es nicht. Auch lässt es mich mit einem faszinierenden Gefühls-Mix zurück. Ein- zweimal lesen genügt hier nicht, das gefällt mir sehr gut.

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  2. Der Titel erinnert mich an den Film mit Marlene Dietrich und Jännings. Habe ich eine Filmrevue an der Wand meines Musikraumes hängen...

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