Seriously mad but quite normal: Oktober 2013

31. Oktober 2013

Ursache und Wirkung



Stehen Sie drei Tage lang 

jeweils sehr früh auf, und 
  
gehen Sie extrem spät zu Bett. 
   
   
Wenn Sie am vierten Tag aufstehen, 
  
werden verstehen Sie, was dieser 
   
Begriff bedeutet: 
    
Morgengrauen


© drago 2013 
          

Unbekannt - Unsympathisch



Ich habe zwar absolut keine Ahnung, wer oder  
was ein "Kregen" oder ein "Kwind" ist, 
aber man spricht beiden das Attribut "Star" zu. 
      
Nun kümmere ich mich ja wenig bis gar nicht 
um Stars und Sternchen, aber mir fällt auf, dass, 
wann immer diese "Stars" auftreten, jedes Mal 
ein ziemlich besch…eidenes Wetter herrscht. 
    
Schon allein deswegen sind mir 
"Starkregen" und "Starkwinde" 
ziemlich unsympathisch. 


© drago 2013 

Weiterdenken



Feststellung:

Es gibt viele Zeitschriften. 


Folgerung:

Zeit schreibt offenbar.
Zeiten schreiben unterschiedlich,
und mit differierenden Zeichensätzen,
da es ja viele, und demzufolge verschiedene,
Zeit-Schriften gibt.

Interesse:

Wie sehen die Schriften aus?
Wodurch unterscheiden sie sich?
Was wird von den diversen Zeiten verfasst?

Hier tut sich ein riesiges Gebiet auf
für die forschenden Geisteswissenschaften!



© drago 2013 

All Hallows Eve - Halloween



Es ist wieder soweit. 
Kinder klingeln an der Tür. 
Und der entscheidende Spruch ertönt: 

Trick or Treat! 

Und dann kommt mein Spaß! 
Dann gibt es "Treat" von meiner Seite, 
aber so richtig, und schön heftig. 

Da lasse ich, unter theatralischer Beleuchtung, 
meinen Wolf zähnefletschend um die Ecke 
des Hauses schauen und knurren. 

Da zeige ich kurz meine Drachengestalt in 
ihrer ganzen Pracht und Größe. 

Da öffnet sich hinter mir im Haus eine Tür, 
und man sieht Kinder in Ketten an der Wand. 
Oder welche, die kopfüber ausbluten! 

Schließlich rufe ich meinen Hausdiener, 
der die Süßigkeiten in einem Wagen bringt. 
Und während er diese verteilt, zeigt sich, 
dass er eben doch ein Werwolf ist. 

Ach, wir haben immer jede Menge Spaß!  


© drago 2013

Spruch des Tages




 Sklaverei ist kein Rechts-,

sondern ein Geisteszustand.



Gabriel Laub (1928 - 1998),
polnischer Journalist und Aphoristiker

30. Oktober 2013

Erkenntnis

 


Spezialisten sind Mitarbeiter,

die von immer mehr Dingen
       
wenig bis nichts verstehen.
   

© drago 2013 

Wechselhaftes Glück - LQ85 - 87



Risiken und Nebenwirkungen

 Es fuhr ein Bauer aus Wiesentheid

alljährlich nach München zur "Wiesenzeit". 

Dort trank er viel Bier,

und geriet dort und hier 

in manchen heftigen Riesenstreit.


 Felix Africa! 

 Ein einsamer Mann flog nach Freetown,

wollte sich dort nur einfach mal umshown. 

Er kam nie mehr zurück,

denn er fand dort sein Glück,

und heiratete mehrere Trowmfrown.


Umkehr-Schluss

Ein Schleckermäulchen aus Osnabrück 

aß gern ein ums andere Tortenstück. 

Es fand oft kein Ende, 

doch dann gab's die "Wende":

Die Torte "schoss" in den Mund zurück. 



© drago 2013 

Fragen an die Physiker


Wie wirkt es sich aus,
wenn die Sonne lacht?
  
 Kommt es da zu mehr Protuberanzen?

Gibt es dann verstärkte Sonnenwinde?
(hoffentlich keine solaren Flatulenzen!)

Kann man die dabei entstehenden 
Erschütterungen hier auf der Erde messen?

Da im interplanetaren Raum unseres solaren Systems
kein schalltransportierendes Medium vorhanden ist, 
dürfte dieses "Sonnenlachen" auf der Erde eigentlich
nicht zu hören sein, oder?
     
Und das Wichtigste: Worüber lacht sie?


© drago 2013 

Erschreckend



Seit ich gelesen habe, über was 

alles Gras wachsen sollte,

sind mir Wiesen und Rasenflächen

fürchterlich suspekt!



© drago 2013 

Spruch des Tages


Wer zu lesen versteht, 

besitzt den Schlüssel zu

großen Taten, zu

unerträumten Möglichkeiten. 


Aldous Huxley (1894 - 1963),
britisch-amerikanischer Schriftsteller

29. Oktober 2013

Fazit

  
Alle Menschen sind irgendwie 

Analphabeten;    

alle können in mindestens  

einem Dutzend Sprachen 

weder lesen noch schreiben. 

Die meisten sogar in 

sehr viel mehr. 


  
© drago 2013 

Zum Nachdenken



   
Je mehr wir in uns aufnehmen, um so größer 

ist unser geistiges Fassungsvermögen.


Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr. - 65 n. Chr.)


Aber aufnehmen muss man halt schon.

© drago 2013 

Auslandsnachrichten

    
Wie ich der lokalen Presse in der südwestenglischen Grafschaft Devon entnehmen konnte, wird dort ein ausländischer Psychotherapeut, der unbestätigten Berichten zufolge aus Deutschland stammen soll, seit zwei Tagen vermisst. Der Mann habe, wie berichtet wurde, sehr zurückgezogen gelebt. Mir geht diese Nachricht ganz besonders zu Herzen, weil ich den Vermissten gut kenne. Ich stand mit ihm in häufigem Kontakt, habe mit ihm telefoniert, habe ihm Briefe und eMails geschrieben, und ihn auch einmal - das ist noch gar nicht so sehr lange her - dort im wunderbaren, englischen Süden besucht. Und ich hatte auch versprochen, ihn im November erneut zu besuchen. Und nun ist er verschwunden. Aber ich bin überzeugt, dass ihm nichts Schlimmes passiert ist. Da ich den Mann seit langem kenne, weiß ich, dass er so etwas öfter macht. Er liebt es offensichtlich, immer einmal wieder klammheimlich und überraschend umzuziehen. Er hat damals - es ist noch kein halbes Jahr her - auch Deutschland von heute auf morgen verlassen. Anscheinend liegt es in den Genen, dass es ihn stets aufs Neue in die Welt hinaustreibt. Bei meinem Besuch habe ich noch versucht, ihm seine Reiselust auszureden. Er hat vermutlich in früheren Tagen ein traumatisches Erlebnis gehabt, das ihn von Zeit zu Zeit von seinem Aufenthaltsort vertreibt. Und auch wenn er ein angesehener Therapeut ist, kann er sich davon scheinbar doch nicht selbst befreien. Aber ist habe so eine Ahnung, wo er sein könnte. Ich werde mich mal umhören. Also, Sie hören von mir.

   

© drago 2013

Umzug - LQ84


Ein Hundehalter aus Glowchow

erfreute sich an seinem Chow-Chow.

Der ging - statt in Heimatrevieren -

nur im Inntal spazieren.

Drum zogen sie schliesslich nach Brownow. 


© drago 2013

Monolog (auch seltsam)



Quelle: Animaatjes

 "Heut' ist ein schöner Morgen. 
  Du, mach' Dir keine Sorgen, 
denn nachmittags um drei 
ist das Meiste schon vorbei. 
Ich mach' vielleicht bis vier, 
und komme dann zu Dir. 
Dann fahren wir nach Hause. 
Und in der Mittagspause, 
da komm' ich auch zu Dir. 
Also, bleib' schön hier!" 
   
"Es ist empfindsam und sensibel. 
Ich kümmere mich auch penibel. 
Es hält mich zwar schon sehr auf Trab, 
  doch ich bin froh, dass ich mein Auto hab'!" 
        


© drago 2013 

Spruch des Tages



Es ist erstaunlich,

wieviele Leute den Kopf

nur zum Hutaufsetzen haben. 



Harold Pinter (1930 - 2008),
britischer Theaterautor und Literaturnobelpreisträger

28. Oktober 2013

Dialog der seltsamen Art




"Was willst Du eigentlich?"
"Na, das Eine!"
"Du denkst wieder nur daran?" 
"Nein, an das Andere auch!" 
"Pfff, ist ja typisch!"
"Nö, ich will noch viel mehr!" 
"Aber das geht doch nicht!"
"Wieso?"
"Das tut man nicht!"
"Ich kann das!"
"Das sagen alle!"
"Nein, ich nicht!"
"Doch. Hast Du grade eben!"
"Ach, das täuscht!"
"Ihr seid doch alle gleich!"
"Nein, ich bin ganz anders!"
"Ach was?"
"Ja! Völlig anders. DAS will ich auch!"
"Echt?"
"Jaaa! Unbedingt!"
"Wirklich?"
"Wenn ich's doch sage!"
"O nein!"
"Doch! Du wirst sehen."
"Ok, lass uns gehen!"
"Gern. Ich lasse mich immer gehen."
"Ich glaube, ich fliege ….."
"Sag ich doch!"


© drago 2013 

seriously mad



Flurschaden



© drago 2013

Fiat lux



 Eine ziemlich kleine Leuchte

meinte, sich unbedingt

ins rechte Licht rücken zu müssen,

und wollte mich deshalb einfach

in den Schatten stellen. 

Da gab ich ihm eins auf die Lampe,

dass ihm die Lichter ausgingen.


© drago 2013 


Vergleichbar



Heute wehte ein ziemlicher Wind. 
Und wenn ich so aus dem Fenster 
meines Büros in der obersten Etage 
unseres Gebäudes blickte, konnte 
ich die teils heftigen Bewegungen 
der Bäume beobachten. 

Aber viel intensiver nahm ich die 
Geräuschkulisse war, die sich dort  
draussen mit jeder Böe entwickelte. 
Es war ein ständiges Rauschen und 
Tosen, und gerade die Birken schüttelten 
ihre dünnen Zweige im Wind, als gelte es, 
alles bis auf den Stamm den Lüften für 
alle Zeiten zu überlassen. 

Da drängte sich mir ein Vergleich auf. 
Es gibt viele Menschen, die durch ein 
heftiges Getöse und Herumwirbeln mit 
Gewalt auf sich aufmerksam machen, und  
dabei ist es nichts, als das laue Lüftchen 
eines unbedeutenden Gedankens, das 
sie die Welt mir ihrem tumben Lärm 
so unverschämt belästigen lässt. 


© drago 2013 

Spruch des Tages



Wer sich in der

eigenen Gesellschaft

nicht wohlfühlt,

hat gewöhnlich ganz recht.


Coco Chanel (1883 - 1971),
französische Modedesignerin

Spruch des Tages




Frauen sind Fische,

die Angler fangen.


Mark Twain (1835 - 1910),
US-amerikanischer Schriftsteller


27. Oktober 2013

Nachgefragt


Neulich saß ich in meinem Dachstudio 
und blickte sinnend aus dem Fenster in 
den Frühherbstnachmittagshimmel. 

Dabei fielen mir eine ganze Reihe dünner Striche auf, 
die auf diversen Bahnen über das Blau des Himmels zogen. 

Sie waren alle mehr oder weniger hell, 
liessen sich aber farblich nicht exakt definieren. 

Das interessierte mich dann doch näher. 
Also rief ich beim deutschen Wetterdienst an. 
Aber die konnten mir dazu keine Erklärung liefern. 
Weitere Nachfragen bei verschiedenen Stellen 
brachten mich ebenfalls nicht weiter. 

Dann kontaktierte ich die Deutsche Flugsicherung. 
Und da hatte ich schliesslich Erfolg. Man liess 
sich das beobachtete Phänomen schildern, 
um es zu überprüfen. Schon nach kurzer Zeit 
erfolgte der Rückruf. Mit freundlichen Worten 
erklärte man mir, es handele sich um 

Linienflüge. 

Schon erstaunlich. Da müssen diese Leute sich 
nicht nur um die ganzen Flugzeuge am Himmel 
kümmern, sondern auch noch um jede Menge 
"fliegender Linien", was immer das sein mag. 

Also es gibt schon seltsame Hobbys.
Auf die Nachfrage, wer diese ganzen Linien denn 
fliegen lasse, habe ich verzichtet. Vermutlich hätte 
ich es sowieso nicht verstanden, da ich in 
technischer Hinsicht völlig unbegabt bin.  



© drago 2013 

Sommerrezept


Jetzt im Herbst kann man sich noch 
einmal den Sommer zurückholen. 
Zumindest in sein Glas. 
Das Ganze nenne ich: 
  
La vie en rose 

In eine Champagnertulpe geben Sie 
2cl Rosenlikör (oder -sirup) und 
füllen mit Prosecco oder Champagner auf. 

Als alkoholfreie Variation 
gibt es die Rosenschorle, 
bei der sie stattdessen mit einem 
salzarmen Mineralwasser auffüllen. 

Geben Sie in jedes Glas ein Blütenblatt 
einer Duftrose und genießen Sie den Tag. 


© drago 2013

herbstgedanken


sonne will hinwegtäuschen 
über kommendes grau 
möchte uns vergessen lassen 
die tristen novembernebel 
eine illusion des sommerlichen erzeugen 

ich lasse mich gern täuschen 
tanke freude auf vorrat 
und licht für trübe tage 
die illusion mag zur erinnerung werden 

sich des lichtes erinnern 
im herbstesgrau und winterdunkel 
der fröhlichkeit gedenken 
die uns das kommende bringen wird  

antidepressivum auf 
naturbasis 
überdosierung völlig 
unbedenklich 


© drago 2013 

Spruch des Tages




Verrücktheit ist unendlich 

faszinierender als Intelligenz, 

unendlich tiefgründiger. 

Intelligenz hat Grenzen, 

Verrücktheit nicht. 



Claude Chabrol (1930 - 2010),
französischer Regisseur

Da spricht mir Chabrol - natürlich - aus dem Herzen!
Der irre Drago

26. Oktober 2013

Gedanke zur Nacht




Immer dann, wenn die kalte 
   
und beengende Ordnung durch 

den Einbruch der Freiheit 

erlöst und aufgebrochen wird, 

besteht die Möglichkeit des 
   
Seligseins und des Glücks. 



© drago 2013 

Erschütternd


Heute in der Fußgängerzone.
Ein Vater ging mit seinen beiden Kindern,
seinem etwa 8-jährigen Sohn und seiner
circa 10-jährigen Tochter gemütlich entlang,
als plötzlich eine Amsel knapp über die Menschen,
und ganz besonders jenen Vater hinwegflog.
Die Tochter war ganz begeistert und verlieh dieser
Begeisterung mit folgenden Worten Ausdruck:

 "Hoho, Papa, 
die Vogel hätte
Dich jetzt fast gegen 
die Kopf geflogen!"

In diesem Moment wurde mein Glaube an die 
Zukunft der deutschen Kultur und Sprache
wieder einmal nachhaltig erschüttert.


© drago 2013 


Glaubensfrage


Ich habe gehört, mein Chef sei abergläubisch. 

Daher erzähle ich ihm am Besten, 

dass ein dreizehntes Monatsgehalt 
   
Unglück bringe und fordere ein 
    
vierzehntes, um unser beider Glück 
  
dauerhaft zu gewährleisten. 

Das wird ihn und mich beruhigen.  


© drago 2013 

Nicht vergessen



Nächsten Donnerstag muss ich unbedingt

meinen Kumpel Fred in der österreichischen

Hauptstadt anrufen, denn da ist ja

"Hello Wien"


© drago 2013

Der Anruf




Eines Morgens klingelte das Telefon. Ich nahm ab und eine krächzende Stimme sagte: "Wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist, dann atmen Sie ruhig weiter!" Der Anrufer legte auf, bevor ich auch nur Atemholen konnte, um etwas zu fragen oder zu erwidern. Missgelaunt - es war sechs Uhr morgens, und ich schlafe gerne lange - warf ich den Hörer auf die Gabel meines antiken Telefonapparates. "Was für ein Arsch!" rief ich wütend in den Raum. Doch niemand achtete darauf, denn ich war allein. Ich drehte mich mit einem Ruck zur Seite, um unbedingt noch weiterschlafen. Doch so sehr ich es auch wollte, - es gelang mir nicht. Stattdessen gingen mir alle möglichen Gedanken durch den Kopf. Was meinte der Anrufer mit diesem kryptischen Satz? War es eine Drohung? Oder doch nur ein harmloser, wen auch unverschämter Scherz? Während mich diese und andere Fragen beschäftigten, wälzte ich mich von einer Seite zur anderen. Schliesslich sah ich ein, dass an Schlaf nicht mehr zu denken sei. Grummelnd stand ich auf und begab mich ins Badezimmer, um meine Morgentoilette zu verrichten. Doch schon bei der Rasur wälzte ich wieder Fragen über Fragen. Meine Stimmung schwankte beständig zwischen Nachdenklichkeit und Wut. Ich versuchte es mit Vernunft. Dieser Satz war keine Drohung! Er sprach eigentlich nur etwas Selbstverständliches aus. Natürlich musste man atmen, wenn man leben wollte. Aber es ist ja nun - von ein paar seltsamen Erkrankungen abgesehen - nicht so, dass man so einfach vergessen könnte, Luft zu holen. In dieser Hinsicht hatte sich mein Körper im Laufe des Lebens als ziemlich zuverlässig erwiesen. Blieb also nur die Möglichkeit, einem Scherzbold aufgesessen zu sein. Aber in mir regte sich der mulmige Gedanke, dass irgendetwas in der Stimme des Anrufers mir etwas anderes vermittelt hatte. Seine Worte waren so ernst, so nachdrücklich, fast eindringlich und besorgt ausgesprochen worden. Aber dennoch ergab alles einfach irgendwie keinen Sinn. Ich stellte den Kaffeeautomaten an und bereitete mir einen starken Mokka. Nach einiger Zeit schrak ich auf und stellte fest, dass ich so in Gedanken versunken gewesen war, dass der Mokka nicht nur längst fertig war, sondern auch schon begann zu erkalten. Ich wurde zunehmend nervöser und wusste nicht warum. Wollte mir der Anrufer verklausuliert eine Warnung zukommen lassen? Konnte es sein, dass er nicht allein gewesen war, und mich deshalb nicht im Klartext warnen konnte? Oder war es gar ein versteckter Hilferuf einer in höchster Bedrängnis befindlichen Person? Meine Aufregung wuchs. Ich begann vorsichtig aus den Fenstern zu sehen, um festzustellen, ob rings um das Haus etwas Verdächtiges zu entdecken sei. Was war das für ein Transporter auf der gegenüberliegenden Seite der Straße? Ich hatte ihn noch nie in unserer Gegend gesehen. Und warum fuhr er jetzt plötzlich los? Hatten der oder die Insassen bemerkt, dass mir der Wagen aufgefallen war? Leider konnte ich das Kennzeichen nicht erkennen. Und wer war der Typ, der ein paar Häuser weiter so auffällig langsam mit seinem Köter herumspazierte? Auch ihn hatte ich noch nie gesehen. Wieder meldete sich die Vernunft bei mir, um mir klarzumachen, dass es nicht verwunderlich sei, wenn mir hier viele Menschen unbekannt wären. Schliesslich wohnte ich erst seit drei Wochen in diesem Viertel. Ob es vielleicht am Ende damit zusammenhing? Wollte irgendein dubioser Typ nicht, dass ich hier wohne? Hatten die Leute hier etwas zu verbergen? Wieder fiel mir eine Person auf, eine junge Dame diesmal, die sich mein Porsche Cabrio näher ansah. Wollte sie irgendetwas am Auto machen? Und da, - jetzt holte sie ihr Handy heraus und telefonierte. Gab sie etwa Komplizen mein Kennzeichen durch, damit man mich beschatten konnte? Sie blieb nach dem auffallend kurzen Telefonat bei meinem Wagen stehen und beobachtete die Straße. Konnte es sein, dass man verbrecherischen Elementen auf der Spur war, und mich (oder mein Auto?) einfach mit jemandem verwechselt hatte? Oder waren ausländische Geheimdienste hinter mir her? Und wenn ja, wieso eigentlich? Meine Atemfrequenz und mein Blutdruck stiegen stetig an. In was war ich da hineingeraten? Ich machte mir einen neuen Mokka und goss mir, ganz gegen meinen Gewohnheiten, schon jetzt am Morgen einen doppelten Cognac ein. Er brannte im Magen, aber zwei Schluck Kaffee brachten sofort Besserung. Danach breitete sich eine beinahe beruhigende Wärme im Bauch aus. Ich trank meinen Mokka aus und machte mir noch eine dritte Tasse. Als ich wieder aus dem Fenster sah, beobachtete ich, wie die junge Frau in eine dunkle Limousine einstieg, die mit quietschenden Reifen davonschoss. Oh mein Gott, was waren da für Leute hinter mir her? Ich ging hastig ins Schlafzimmer, holte meinen kleinen Koffer heraus und begann die notwendigsten Dinge zu packen. Vielleicht musste ich von hier ja nun plötzlich verschwinden. Dann war es gut, wenn man vorbereitet war und alles parat hatte. Aus dem Schranksafe holte ich den Reisepass und das Bargeld, und stopfte alles in meine Brieftasche. 

Fortsetzung folgt

© drago 2013 

Spruch des Tages


Es gibt schlimmere Dinge 

als den Tod.

Wer einmal einen Abend mit

einem Versicherungsvertreter

verbracht hat, weiß genau,

was ich meine.



Woody Allen (*1935),
US-amerikanischer Regisseur 

25. Oktober 2013

Schlagzeile


Bischöfe und Kardinäle entsetzt: 
      

Wo kommen wir hin, wenn ein Papst    
plötzlich anfängt, christlich zu handeln?!!    
    

© drago 2013 

Ah, ja!




Der Hauptunterschied zwischen etwas, 
   
was möglicherweise kaputtgehen könnte 
    
und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, 

besteht darin, dass sich bei allem, was 

unmöglich kaputtgehen kann, falls es doch  

kaputtgeht, normalerweise herausstellt, dass es 
  
unmöglich zerlegt oder repariert werden kann.



Douglas Adams (1952 - 2001),
britischer Schriftsteller

Bald kommen sie wieder



 Gut, Lebkuchen und Schoko-Nikoläuse
sind seit Wochen in den Läden,
aber jetzt wird's greifbar:

In zwei Monaten ist der
erste Weihnachtstag!

Und dann kommen sie wieder,
diese seltsamen und geheimnisvollen
Nächte, in denen wunderliche Dinge
geschehen auf dieser Welt.




Ich liebe diese seltsamen, klaren, kalten,
magischen, wunderbaren Winternächte.



© drago 2013 


Drachen sind wir


Đracûloĵ  mí  súme
(Dragons we are)


Drachen zaubern voller Kraft,
Drachenwort die Welt erschafft,
Drachenmacht in Land und Meer,
- fürchtet nur das Drachenheer!

Drachen sind wir, stark und mächtig,
- herrschen über alle Lande!
Drachen sind wir, schön und prächtig,
- Weisheit, das ist unsre Kraft!
Schätze, Feuer und Magie -
Drachenmacht vergehet nie!

Drachen fliegen durch die Nacht,
Sterne glänzen, Mondlicht lacht,
  wilde Jagd durch Himmelsweiten, -
so ist es seit alten Zeiten!

Drachen sind wir, stark und mächtig,
….

Schuppen schimmern, Zähne blitzen,
Gold und Edelstein besitzen,
Drachenzauber, Feuerschein, -
ach, so muss das Leben sein!

Drachen sind wir, stark und mächtig,
….

In des Himmels blauen Weiten
fliegen Drachen nur allein.
Drachen sind seit ewgen Zeiten,
Drachen werden immer sein!

Drachen sind wir, stark und mächtig,
- herrschen über alle Lande!
Drachen sind wir, schön und prächtig,
- Weisheit, das ist unsre Kraft!
Schätze, Feuer und Magie -
Drachenmacht vergehet nie!

Cepharyxos Olythras Nadracul
(übersetzt: Cepharyxos, oberster Drachenfürst)



Altdraconianisches Drachenlied,
älteste erhaltene Abschrift aus dem 6. Jahrhundert,
übertragen von Robert F. Drago


© drago 2013