Seriously mad but quite normal: Juli 2014

31. Juli 2014

Unklar


Zäh und langsam 
rinnt oft Erkenntnis zu 
den Rändern des Bewusstseins, 
um dann trotzdem kurz 
vorher über den Rand einfach 
ins Nichts zu tropfen. 

Was bleibt, 
ist ein schaler Geschmack, 
den man nicht einordnen kann. 

Darum mißtrauen wir 
häufig Gefühlen. 
  

© drago 2014 

L'important ….



… c'est la rose, 

    crois-moi ! 


© drago 2014

Heute vor 95 Jahren, ...


… am 31. Juli 1919,

entschließt sich die Nationalversammlung 
mit großer Mehrheit zur Annahme der 
Weimarer Reichsverfassung.

Diese ist, als eine der liberalsten Staatsordnungen 
des damaligen Europa, Grundlage des neuen, 
demokratischen Systems der 
"Weimarer Republik"

Zudem ist sie die erste praktizierte demokratische Verfassung in der Geschichte Deutschlands überhaupt.


© drago 2014 

Unlösbare Aufgabe


Feststellungen und Fragen


In seiner unfassbaren Weite 
dünnt der Raum zunehmend aus, 
zerfasert an den Rändern; 
das Bild verflacht. 

Aus der Vergangenheit 
kommt das Licht auf uns zu. 
Hat es die Gegenwart erreicht, 
so reist es in die Zukunft. 

Doch was ist Zeit? 

Hängt sie am Raum, 
oder überwacht sie das Licht? 

Der Mensch ist nur 
ein unbedeutender Parasit 
in der Weite des Universums, unfähig, 
in seinem winzigen Revier 
friedlich zu koexistieren. 

Kann so ein Riesenzellhaufen 
Raumzeit und Licht durchdenken? 

Und kümmert das den Kosmos? 


© drago 2014 






Fehlstart



In aller Frühe 
hab' ich noch Mühe, 
was zu verstehen, 
denn meistens drehen, 
winden und schwanken 
meine Gedanken 
wie dünne Planken. 
Das kann nichts werden, 
das gibt Beschwerden, 
drum lass' ich's sein, 
wickle mich ein, 
bleib' still im Bett, 
- da ist es nett. 
Doch dann, oh-wei, 
ein lauter Schrei: 
"Jetzt raus mit Dir!" 
   Und nun sitz' ich hier … 


© drago 2014 


30. Juli 2014

Ach nee, ….



… jetzt tauchen hier diese doofen Paparazzi auf. 

Ich glaub', ich mach' mich vom Acker! 



© drago 2014 

Altersmilde



Die rote Katze meiner Frau 
macht täglich nur noch einmal "Mau!", 
frisst gern Fisch, doch man muss sagen, 
sie hält so gar nichts mehr vom Jagen. 

Wir dürfen unser eigen nennen 
auch einen Hund; der will nicht rennen. 
Er meint, er sei zu alt dazu 
und brauche seine Hunderuh'. 

Mein Weib und ich sind schon betagt, 
auch wenn sie manchmal zu mir sagt: 
"He Du, Du bist noch jung und knackig, 
 drum hol mir Wein - ein bisschen zackig!" 

Dann sehe ich den jungen, schlanken 
Drachen voller Mordgedanken, -
doch meine Knochen sind zu alt, 
drum steh' ich auf und hol' es halt! 



© drago 2014 

Ständchen


*leise räusper*  "Miimimimimiiii!"




"… it's now or never, 

    my love won't wait …!" 



© drago 2014 

29. Juli 2014

Heute vor 60 Jahren, ...


… am 29. Juli 1954, 

veröffentlichte der britische Philologe 

John Ronald Reuel Tolkien 
(1892 - 1973) 

den ersten Band seines weltberühmten 
Werkes "Der Herr der Ringe"

Damit schuf er eine wunderbare Welt 
voller Zauberer, Elfen, Drachen und 
vieler magischer Wesen. Im ersten 
Band - "Die Gefährten" - treten neben 
Zwergen auch die berühmtesten Wesen 
Tolkiens dem Leser entgegen, die 

"Hobbits"

Tolkien hat mit seinem Werk die Welt 
der Fantasy-Literatur entscheidend 
beeinflusst, er setzte Maßstäbe, an 
denen sich noch heutige Autoren  
messen lassen müssen. Und bei 
weitem nicht alle sind dem gewachsen. 
  


© drago 2014 

Leck



Die Zeit versickert 
in der Weite des Raumes. 

Was mag nur in 
der Zukunft geschehen sein? 

Und wer weiß, was uns 
die Vergangenheit noch bringt? 

Selbst die Gegenwart ist uns so fremd; 
sind wir ihr doch nie begegnet. 

Sekunde um Sekunde verrinnt; 
der Raum versickert mit der Zeit. 



© drago 2014 

Wilde Jagd



Getrappel, Jaulen, dann ein Gröhlen:
"Hunde und Frettchen, - in die Höhlen!"
Es bellt und hetzt und rennt und springt,
bis irgendwann ein Horn erklingt.
Dann sammelt sich die ganze Bande,
zieht jagend weiter durch die Lande.
Die Kunde eilt von Haus zu Haus:
"Im Tal sieht's jetzt ganz anders aus!"
Die Wiese still, die Baue leer;
hier gibt's keine Karnickel mehr.
Doch ich denke an die alten Lieder,
dort heißt's: "… Kaninchen kommen wieder!"



© drago 2014 


28. Juli 2014

Pst, schau nicht hin, ...





da ist so ein Typ, Du, ich glaub', der 

beobachtet uns, und er hat eine Kamera …. 



© drago 2014 

Schlimme Folgen



Heut' Nacht ging es im Walde rund:

Rennwolf jagte Schweinehund.

Ergebnis ist: Der Rennwolf stinkt.

Der Schweinehund, - gebissen, - hinkt;

er hatte ja von nichts gewusst.

Der Rennwolf hat zu nichts mehr Lust.

Nun hat der Tierarzt es entdeckt:

Der Rennwolf hat sich angesteckt. 



© drago 2014 

Spannung

                       

Der Wind rauscht in den hohen Birken,  

die dadurch recht geschwätzig wirken. 

Die Sonne scheint noch kräftig drauf, 

da türmt der Sommer Wolken auf. 

Auf einmal wird das Taglicht fahl, 

der Himmel färbt sich ein wie Stahl. 

Man sieht es blitzen, hört es krachen. 

Ach, was für ein Spektakel machen 

Gewitter, die durch Fluren fegen! 

Ein Schlag, - und schon fällt Sintflutregen.  


© drago 2014

27. Juli 2014

Herzlichen Glückwunsch, Buddy!


Quelle: www.123gifs.de


Heute vor 74 Jahren hatte in den USA der Zeichentrickfilm 
"Die Hasenfalle" (The Wild Hare) des Zeichners und Regisseurs 
Tex Avery Premiere, und damit hatte auch der berühmte 

Bugs Bunny 

seinen ersten, großen, offiziellen Auftritt. 

Der obercoole Nager war im Lauf der Jahre in etwa 
175 Filmen zu sehen. Er ist in aller Welt beliebt, 
und heute also ein betagter, alter Herr. 



© drago 2014 




26. Juli 2014

Pech gehabt

                               

Heute wollte ich mal 

die Seele baumeln lassen. 

Aber sie leidet an Höhenangst 

und wollte partout nicht baumeln. 

Sie hat mir sogar angedroht, 

hier alles "voll zu reihern". 

Na, dann eben nicht! 


                          
© drago 2014 

Kalenderblättchen


26. Juli

Geburtstage:

1856:  George Bernard Shaw, irischer Schriftsteller, erhält im 
           Jahre 1925 den Literaturnobelpreis. 

1875:  Carl Gustav Jung, schweizer Psychologe und Psychiater 

1894:  Aldous Leonard Huxley, britischer Schriftsteller 

1928:  Stanley Kubrick, amerikanischer Regisseur und Autor, 
           wanderte Anfang der 60er nach Großbritannien aus. 

Todestage: 

1952  Eva "Evita" Peron, argentinische Politikerin, die Frau des 
          Staatspräsidenten, im Volk wie eine Heilige verehrt, stirbt 
          mit nur 33 Jahren an Leukämie. 

1957  Alfred Döblin, deutscher Schriftsteller, stirbt mit 78 Jahren. 



Spruch des Tages:  



"Ehre ist, objektiv, 
die Meinung anderer über unseren Wert, 
und subjektiv, 
unsere Furcht vor dieser Meinung." 

Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)



© drago 2014


25. Juli 2014

Drachen fliegen schon länger




Heute vor 105 Jahren, 

am 25. Juli 1909

überquerte der französische Flugpionier 

Auguste Louis Charles-Joseph Blériot 
(1872 - 1936) 

als erster Mensch in einem Flugzeug 
 den Ärmelkanal zwischen Calais und  Dover. Seine Maschine, der Eindecker "Blériot XI", 
verfügte über einen 25-PS-Motor. 
Der Flug dauerte ganze 37 Minuten. 

Nur 6 Tage zuvor war sein Landsmann 
Hubert Latham mit seiner Maschine 
"Antoinette IV", die über einen doppelt 
so starken Motor verfügte, gescheitert. 



© drago 2014 

24. Juli 2014

Fremdwörter - erklärt II



Oligopol
Stadt in Sibirien (Russische Föderation)

Skepsis

Spezielle Art der Blutvergiftung

Biomarker

Markierstift aus ökologischer Herstellung 

tangieren

Das Wickeln japanischer Reisröllchen, 
die mit (meist) rohem Fisch gefüllt sind

Nimbus 

Neigung zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel  

lavieren 

Chemische und physikalische Untersuchung flüssigen Gesteins bei vulkanischen Aktivitäten 

Blasphemie 

Abneigung gegen Trompeten, Posaunen,
Hörner, etc. 

Dogma 

Englische Hochschule für Hunde 

skandieren 

Vorgang der Einbürgerung in Schweden und Norwegen 



© drago 2014

Erinnerung



Heute vor 71 Jahren, 

in der Nacht zum 25. Juli 1943

begann die Operation "Gomorrha", 

6 alliierte Bombenangriffe, die bis zum 

3. August dauern sollten. 

Durch das Bombardement und die daraus 

folgenden Brände - den "Feuersturm" - 

wurde die Hälfte Hamburgs zerstört. 

Dabei starben mindestens 30.000 Menschen


* * * * * * *  


Vor nur 4 Jahren, 

am 24. Juli 2010

kommen bei einer Massenpanik 

während der Loveparade in Duisburg 

21 Menschen um Leben,  

über 500 weitere werden zum 

Teil schwer verletzt. 



© drago 2014 

Irrotisch*



Der Grufo empft durchs Wuldgehorz 
und astert urpfig blose. 
Die Polke lüdert schwiebelknorz 
und pluckert eine Krose.  

Da glurrt der Grufo fondequilt, 
ihm zwillt die Kümme trauze. 
Doch ist die Polke infetrillt, 
und kregt sich om die Flauze. 

Da schnuprich glözt das Knoke grum, 
die Polke znirft den Trobel, 
es walkt den Schnicker prödelflum, 
und Grufo glünzt der Schnobel. 


© drago 2014 



* das ist mein Post Nr. 1400; der darf - zu mir passend - verrückt sein.

23. Juli 2014

Phon-Ethik

      

Stets ist es Lärm, der uns mißfällt, 
es gilt als sicher in der Welt: 
Das 'Laute', es ist niemals leise! 

"Doch wann ist denn nun 'leise' laut?" 
So fragt ein Mann mich, und er schaut 
mich an auf sonderbare Weise. 

"Um 'laut' und 'leise' kann's nicht gehen; 
entscheidend ist, dass wir verstehen!" 

So sprech' ich sibyllinisch weise, 
und troll' mich heimlich, still und - leise.  

        
© drago 2014 

Gewohnheitstier


Stellagama stellio 


Der Hardun oder Schleuderschwanz 
bevorzugt klar beim Paarungstanz 
die Polka und das Menuett, 
auch Walzer findet er ganz nett. 

Was er hasst, das ist der Samba 
 (er sagt, er sei doch keine Mamba), 
auch Tango kann er gar nicht leiden, 
und Discos soll er gänzlich meiden. 



© drago 2014 

22. Juli 2014

Unartige Fragen

          

Ab wann ist 'groß' denn klein? 

Wie kurz darf 'lang' denn sein? 

Was einmal solcherart fängt an, 

das endet oft im "Größen"-Wahn. 


           
© drago 2014 

Vorteil

           

Die Schwüle treibt das Wasser 
mir aus der Haut, und nasser 
wird nach und nach mein Hemd. 

Man fragt mit staunendem Gesicht: 
"Du triefst, doch warum miefst Du nicht?" 
(Der Frager ist mir fremd.) 

Wir Drachen, was wir nun auch trinken, 
werden sicher niemals stinken; 
es schützt uns unsre Macht. 

Zwar sagt man, Drachen schwitzten nie,  
doch können sie es - per Magie. 
Das hatt' man nicht bedacht. 



© drago 2014 

Sintflut

       

               Der Geist 
               ist unsere Arche. 

               Auf den endlos 
               taub-grauen Wogen 
               der Ignoranz treiben wir 

               Rabe und Taube 
               kehren stets sofort zurück 
               Sie finden kein Land 

               Zweifelnd schaue ich aus 
               ob Licht durch Wolken bräche 
               Es regnet erneut 

               Hoffnungslos 

             
© drago 2014 

Begeisterung



Ich flieg' so gern nach Irgendwo 
in Japan, Chile, Idaho, 
in Queensland, Eritrea, 
in Syrien und Guinea, 
in Pakistan und Portugal, 
rund um den Globus noch einmal. 

Wir Drachen fliegen halt so gerne 
in der Näh' und in die Ferne. 
  

© drago 2014 

21. Juli 2014

Störung, zoologisch


Repatriierung


Per Schalldruck macht uns schwer zu schaffen 
der Balzgesang der Neuweltaffen; 
'Brüllaffen' heißt man sie daher. 

Ihr lautes 'Singen' stört schon sehr, 
wenn es ertönt in Paderborn. 

Das weckt in vielen Menschen Zorn, 
sie fordern nun, man mög' die Affen 
gefälligst wieder heimwärts schaffen. 



© drago 2014 

Merke!



Nicht jeder, 

der nur Sch….. im Kopf hat, 

muss deswegen zwingend 

Mundgeruch haben. 



© drago 2014 


Witterungsbedingtes Problem

           

In allen Lüften schwebt ein Dampf, 
die Schwüle drückt, die Sonne scheint, 
dann regnet's wieder, und man meint: 
Das Wetter liegt mit mir im Kampf! 

Seit es am Morgen hat getagt, 
fällt Regen literweise nieder, 
und in der Folge spür' ich wieder: 
Mein Deo hat total versagt! 


             
© drago 2014 

Tierischer Alpdruck

        
Drago 2014
 © drago 2014


Heute träumt' ich einen Traum, 
da hat mich doch, ich fass' es kaum, 
jemand fürchterlich geschlagen. 

Beim Erwachen wollt' ich fragen, 
was der Grund gewesen sei 
für die wüste Prügelei. 

Und stell' fest: Der mich verdrosch, 
- war ein Frosch. 


              
© drago 2014 

20. Juli 2014

Erinnerung an wahre Helden



Heute vor 70 Jahren, am 

20. Juli 1944

wagten deutsche Soldaten den 
aktiven Widerstand gegen Hitler. 

Ein großer Kreis von Menschen war 
sich darüber klar geworden, dass ein 
weiteres Untätigsein eine nicht mehr  
zu tragende Schuld auf sie laden würde. 

Claus Schenk Graf von Stauffenberg 

erklärte sich bereit, ein Attentat auf 
Hitler auszuführen, da er im Rahmen  
der Lagebesprechungen Zugang zu 
Hitler und dem innersten Zirkel hatte. 

Leider überlebt der Diktator das 
Bombenattentat nur leicht verletzt. 
Und er wird grausame Rache üben. 

In der Folge werden die meisten der 
Verschwörer hingerichtet, einige 
wie Stauffenberg, Friedrich Olbricht, 
Werner von Haeften und 
Albrecht Ritter Mertz von Quiernheim 
werden noch in der gleichen Nacht 
im Hof des Berliner Bendlerblocks. 

Insgesamt werden in der Folgezeit 
etwa 200 Personen hingerichtet 
oder in den Tod getrieben. 

Es ist unsere heilige Pflicht, 
dieser Helden des deutschen 
Volkes zu gedenken, und 
uns an ihnen ein ewiges 
Beispiel zu nehmen. 

Sie sollen nicht umsonst für 
Deutschland gestorben sein! 


Sommer


H a i k u


Linder Sonnenschein,

Tropfen fallen sanft und warm,

ein Regenbogen


© drago 2014 

alte geschichte



gottlob 

todesangst ist mir erspart 
auch plagen mich 
hunger nicht noch grausame schergen 

gleichwohl bin ich 
ihnen ein ausgestossener  

durch mein reden mein denken 
verflucht zum anderssein 

gibt es ein gedankenghetto? 


© drago 2014 

19. Juli 2014

Abhilfe

           


Es kocht das Blut, es rinnt der Schweiß. 

Das Land ist heute ziemlich heiß. 

Doch gibt es eins, das hilft bei mir: 

Ein frisch gezapftes, kühles Bier. 


              
© drago 2014 

18. Juli 2014

Rücksichtsvoll

          

Der Nachtgesang der Bartagamen 

erfolgt zumeist in stillem Rahmen. 

Sie singen sehr verinnerlicht. 

Drum stört uns ihr Gesang auch nicht. 


          
© drago 2014