Seriously mad but quite normal: The Wall

13. August 2013

The Wall


Am frühen Morgen des 13. August 1961
begannen Angehörige der Nationalen Volksarmee,
der Deutschen Grenzpolizei (den späteren DDR-
Grenztruppen), der Schutzpolizei, der Kasernierten 
Volkspolizei sowie der Betriebskampfgruppen
die Straßen und Gleiswege nach West-Berlin 
abzuriegeln. An den alliierten Grenzübergängen
waren sowjetische Truppen präsent. Sie waren
in Gefechtsbereitschaft versetzt worden.
Alle bestehenden Verkehrsverbindungen zwischen
den beiden Teilen Berlins wurden unterbrochen.

In den Folgetagen wurde das gebaut, was man in
der DDR-Propaganda euphemistisch als den 
"antifaschistischen Schutzwall" bezeichnete.

Nach und nach wurde die Deutsche Demokratische 
Republik, dieses "Arbeiter- und Bauernparadies",
systematisch abgeriegelt. Rund um West-Berlin und
an der Grenze zur Bundesrepublik wurden sehr 
effektive Grenzanlagen mit Sicherungsstreifen,
automatischen Schussanlagen, mit Mauern, Zäunen
und Stacheldraht errichtet. Die entlang dieses
"Todesstreifens" tätigen Grenztruppen hatten
strikten Schießbefehl. Dieser Befehl kostete 
mindestens 128 Menschen das Leben. Aber auch
8 Grenzsoldaten kamen zu Tode. Es wird geschätzt,
dass sich in der DDR bis zu 75.000 Menschen
wegen "Republikflucht" vor Gericht zu verantworten
hatten. Eigentlich unglaublich, dass so viele 
unbedingt aus dem "Paradies" wegwollten.
Das hatte alles erst ein Ende, als sich am
späten Abend des 9. November 1990 der erste
Grenzübergang nach Westen öffnete, und dieses
widerwärtige Symbol der deutschen Teilung 
und des Kalten Krieges nach und nach
abgebaut und beseitigt wurde.

Wir sollten der Opfer gedenken und dafür
Sorge tragen, dass es auf deutschem Boden
zu keiner Diktatur mehr kommen kann. 



© drago 2013 

Kommentare:

  1. Ich bin in der DDR geboren und aufgewachsen. Und für mich ist´s nicht unglaublich, das so viele das Land verlassen wollten. Kurz nach dem Bau war´s das Auseinanderreißen von Familien und mit den Jahren, dann die "Bevormundung" und Bevorzugung von prestigeträchtigen Städten durch die Regierenden. Ich selbst bin zwar ohne irgendwelche Probleme aufgewachsen, hatte eine stinknormale Kindheit, aber auch mir war bewußt, das es nicht ewig so weitergehen konnte.

    Ja, man gedenke der Opfer, nicht nur derer, die an "The Wall" gescheitert sind.

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    1. Ich glaube, dass man die Ironie meiner Worte durchaus herauslesen konnte. Und Opfer dieser Mauer waren etwa 14 Mio. Deutsche, nicht nur die, die zu Tode kamen oder in Hohenschönhausen und anderswo saßen.

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