Seriously mad but quite normal: Niedlich

20. Oktober 2013

Niedlich



Letzte Woche ging ich am späten Nachmittag nach einem interessanten Vortrag "Über neueste draco-magische Fähigkeiten" noch ein wenig spazieren, um das Gehörte zu durchdenken. Und als ich so Richtung Deich ausschritt, kam mir ein leises Knattern zu Gehör. Ich versuchte, die Ursache zu ergründen, konnte aber den Grund des Geräusches nicht erkennen. Meine Ohren verrieten mir jedoch, dass sich die Quelle dessen, was da zu hören war, jenseits des Deiches befinden musste. Ich hatte die Deichkrone noch gar nicht erreicht, als ich erkannte, was da so leise rauschend vor sich hin knatterte. 

Es waren zwei junge Burschen und ein Mädchen, die jeweils ihre Drachen steigen liessen, und diese mit ihren Lenkschnüren zu allerlei seltsamen Manövern, Drehern, Sturz- und Steigflügen veranlassten. 

Diese jungen Menschen wussten nicht, dass sie mit ihrer spielerischen Beschäftigung quasi einen bildlichen Hinweis gaben, um den Bewohnern der Insel aufzuzeigen, welch hohe Wesen sich unter ihnen aufhielten, um zu konferieren und sich auf hohem wissenschaftlichen Niveau gründlich auszutauschen und gegenseitig zu befruchten. 

Ich fand es niedlich, wie Menschen instinktiv der Wahrheit nahekommen, ohne auch nur über ein kleines Fünkchen von Wissen* über dieselbe zu verfügen. Und so ging ich lächelnd meiner Wege. 



© drago 2013


*Selbstverständlich verliehen wir uns durch Magie ein "menschliches Aussehen", um niemanden zu erschrecken.
   Lediglich zu später Nachtstunde erlaubten wir uns, über die Insel und das Meer zu fliegen (Anm. d. Verfassers).

Kommentare:

  1. Ja, Drago, da hast du gut lächeln! Diese Menschen hatten Lenkdrachen und wussten gar nicht, dass auf der Insel sogar Drachen sind, die sich nicht durch irgendjemanden lenken lassen, und die nicht fremdbestimmt an Schnüren, sondern frei ihre Bahnen über die Insel und das Meer ziehen.

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    1. Ja, da hast Du recht, Ringelblümchen. Ich habe gut lächeln. Der Aufenthalt auf der Dracheninsel war interessant, aufregend, trotzdem erholsam und erquicklich. Und ich habe wieder eine Menge dazugelernt. Das freut mich immer am meisten. Ein weiser, alter Drache,
      den ich sehr schätze, war so lieb und hat mir ein paar alte Folianten überlassen, in denen heute längst vergessene (auch von Drachen) Dinge stehen. Spannende Lektüre garantiert.

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