Seriously mad but quite normal: Teichidyll?

20. Februar 2013

Teichidyll?



Der Teich ist still, die Sonne scheint,
doch hier ist mehr los, als man meint.
Der Karpfen auf dem Grunde
saugt mit seinem Munde
an Würmern und an Pflanzen.
Die Mücken aber tanzen
herab und in die Höhe.
Das freut die Wasserflöhe.
Und hinten steht im Weiher
ein alter, grauer Reiher.
Drum flüchtet auf die Schnelle
die kleine Jungforelle.
Sie kennt des Reihers Tücken,
schnappt schnell noch drei, vier Mücken,
verzieht sich in die Tiefe
und tut, als ob sie schliefe.
Das ist dem alten Hecht
auf alle Fälle recht.
Ein Molch zu Boden sinkt.
Die Schwalbe fliegend trinkt.
Der Hecht schnellt wie ein Dolch
ganz plötzlich Richtung Molch;
der kommt nun niemals mehr zurück.
Da hatte die Forelle Glück;
und also jagt sie heiter
Mücken und Fliegen weiter.
Ein grüner Frosch taucht glucksend auf,
da nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Der Reiher stösst ganz blitzschnell zu,
und schon ist hier am Teiche Ruh'.
Die ufernahe Linde
wiegt sich sanft im Winde.
Die Sonne zeichnet weiche
Reflexe auf dem Teiche.



© drago 2013


Kommentare:

  1. Schöner kann man wohl "Fressen und gefressen werden" nicht ausdrücken! So ist der Lauf der Natur...
    :-)

    LG
    Calendula

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  2. selbst in so eine idylle mord und totschlag ^^
    aber ohne mist - nach den ersten friedlichen zeilen hab ich regelrecht darauf gelauert das blut fließt - schließlich schreibt DRAGO!

    *applaus

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