Seriously mad but quite normal: April 2013

29. April 2013

I'll be on my way home


Ein Satz von großer Bedeutung 
wurde mir heute gesagt: 

"Drago, Sie sind so verrückt, 
dass dagegen kein 
Kraut gewachsen ist! 
Sie werden deshalb 
als 'nicht geheilt' 
aus unserer Klinik entlassen."

Das ist doch mal eine gute Nachricht!

Gut, man hat noch mehr zu mir gesagt, was
hier jetzt nicht weiter von Belang ist, wie z. B.:

"Im Interesse der anderen Patienten ist Ihre
Abreise dringend angezeigt. Die Quote der
suizidalen Patienten hat exorbitant zugelegt,
was wir auf Ihre destruktive Ausstrahlung
unmittelbar zurückführen. Sie stellen zwar
keine Gefahr für die Allgemeinheit dar, aber 
sehr wohl für die hier behandelten Menschen."

Selten hat man so nett und anerkennend 
über mich  gesprochen. Mir ist regelrecht 
das Herz aufgegangen. Dann musste der 
Therapeut das Gespräch leider beenden, 
weil er seine Antidepressiva einnehmen  
und seinen behandelnden Psychiater 
aufsuchen  musste. Ich wünschte ihm 
noch alles Denkbare, aber das wollte 
er nicht. Er weigerte sich auch strikt, 
mir seine Telefonnummer zu geben. 
Aber das ist nicht nötig, weil ich die 
Telefonanlage gründlich studiert habe. 
Ich werde ihn schon bald mit einem 
unheimlich netten Anruf erfreuen. 

Gut, nun darf ich also nach Hause. 
Morgen werde ich mich auf den Weg machen. 
Hm, wenn ich es recht bedenke: 
Der nette Therapeut ist ab morgen 
krankgeschrieben, und mein Weg führt 
fast direkt an seinem Haus vorbei. 
Ich könnte ihm noch einen Besuch abstatten. 
Bestimmt freut er sich riesig. 

Mal sehen, wie sich unsere Beziehung 
 weiter entwickeln wird ......



© drago 2013

28. April 2013

Trick



Hope kills Fear
© drago 2013



Angst ist relativ leicht zu lindern. 
Wird sie verbalisiert, so ist ihre Macht 
vielfach schon gebrochen. 

Denn sie fürchtet sich davor, 
dass man ihr sagt: 

"Ich hab' keine Lust auf Dich, 
  also verschwinde gefälligst!" 

Und einmal angeschlagen, 
beginnt sie zu zerfasern und zu bröckeln, 
sie löst sich und löst sich dann auf. 

Wenn sie merkt, dass wir absolut 
nicht gewillt sind, uns ihr zu unterwerfen, 
zieht sie den Schwanz ein und kneift. 

Solange man noch glaubt, 
sie sei stärker, als man selbst, 
hat sie Macht und schikaniert einen. 
Wenn man aber erkannt hat, 
dass man immer stärker als die Angst ist, 
kann sie einem nichts mehr anhaben.

© drago 2013

Panic, destroyed
© drago 2013


26. April 2013

Inside out


Beasts of Light

 © drago


Im Allgemeinen wird Licht 
mit dem Guten identifiziert, 
aber das muss nicht zwingend 
so sein, weil der ungehemmte 
menschliche Geist durchaus auch 

Bestien aus Licht 

sich vorzustellen in der Lage ist. 


© drago 2013 




Tranquillo !

© drago 2013




TISCH - Gespräche


Ein seltsamer Typ kam an meinen TISCH, 
und es entwickelte sich ein kurzes Gespräch. 

Schon gleich kam mir seine Begeisterung 
geradezu fanaTISCH vor, wenn er 
beinahe freneTISCHe Hymnen auf seinen 
seltsamen Verein anstimmte. 

Irgendwann konnte ich nicht umhin, 
ihm zu sagen, ich fände seine Euphorie 
eigentlich völlig symptomaTISCH 
für die Beschränktheit der Akteure 
wie der Anhänger dieser Sportart. 

Bald fand er mich total problemaTISCH, 
und begann sich zunehmend in Rage zu reden. 
Ich nahm das nicht allzu dramaTISCH, 
und schrieb es seinem einfachen Gemüt zu. 

Doch es wurde immer schlimmer. 
Er reagierte absolut psychoTISCH, 
und begann schliesslich hekTISCH 
herum zu fuchteln. 
Ich warnte ihn, ja, ich malte ihm die 
Konsequenzen recht plasTISCH aus. 

Aber er ging mir fakTISCH immer mehr 
auf den Wecker, so dass ich ihm letzlich 
einen kräftigen Schlag versetzte. 

Seither sitzt er da 
und ist völlig apaThISCH. 

So endete unser TISCHgespräch. 



© drago 2013



Inside



Chaotic Mind

© drago 2013

 Dark Side

Im Verhältnis


Es gibt Menschen, die versuchen, 

ihre innere Leere durch eine 

Vielzahl von Worten 

zu übertönen. 


Meist steht die Menge ihrer 

abgesonderten Worte in einem 

umgekehrt proportionalen 

Verhältnis zur 

Aussagekraft derselben. 



© drago 2013


25. April 2013

Vergebliche Mühe

  
In einem Heft, in welchem es um 
Biologie und Hirnforschung ging, 
las ich folgenden Verweis auf einen 
dort enthaltenen Artikel: 

HIRNSCANS enthüllen 
verräterische Denkspuren! 

Da dachte ich so für mich: 

Ich kenne Menschen, 
da könnte man monatelang 
scannen und scannen, 
ohne jemals auf eine 
einzige Denkspur 
zu stossen. 



© drago2013 


Differenzen unter Dumpfbacken



Wie man hört, 
soll der 
Führungszirkel der NPD 

HEIL!-los 

zerstritten sein!  



© drago 2013 


23. April 2013

Üble Nachrede - LQ70


Von einem Köhler aus Lage 

ging klammheimlich die Sage, 

dass er Hexen erkenne 

und die Frauen verbrenne. 

Dagegen erhob er jetzt Klage. 



© drago 2013

22. April 2013

Übersteigertes Selbstbewusstsein - LQ69


Ein prächtiger Kerl aus Worpswede 

sprach zu sich: "Oh Mann, alter Schwede, 

ich geh' Weiber aufreissen! 

Von den Schnecken, den heißen, 

kriegt ein Mann wie ich ganz leicht jede! 



© drago 2013

21. April 2013

Präferenz


Lieber 

schizophren,

als

  einsam ! 



© drago 2013

Behindert?


Ja, ich weiß;
das sagt man nicht mehr.

Mir war klar,
dass es ziemlich viele
Menschen mit Handicaps
gibt bei uns.

Was ich nicht wusste, ist,
dass es so extrem viele
Menschen mit Hörschädigung
in meinem Umfeld gibt.

Soweit ich das überblicke,
bin ich absolut der
Einzige,
der diese vielen Stimmen hört! 



© drago 2013

19. April 2013

So ein Pech!


Neulich wollte ich in 

so einem schicken In-Viertel 

zum Friseur. 

Daraus wurde nichts. 

Es gab da überall nur 

Coiffeure 

und 

Hairstylisten



© drago 2013

Frage an den Haustechniker


Gibt es eigentlich auch eine 

WASSERUHR  

mit Weckfunktion? 



© drago 2013

17. April 2013

Ganz zwanglos



Therapeutin: 


"Hier ist alles ganz zwanglos. 
 Alles kann und nichts muss. 
Ich lade Sie ein, einmal 
ganz 'Sie selbst' zu sein. 
Hier ist Raum für alles. 
Ausser das Zimmer zu zerlegen, 
ist alles erlaubt. 
Erleben und spüren Sie 
ihr Innerstes, ihr 'ICH', 
leben Sie sich aus!" 


Suizidaler:


"Na schön, ich häng' dann 
mal ein bisschen rum!" 

(Nahm einen Strick und erhängte sich in der Ecke.) 



© drago 2013


16. April 2013

Fragen an die Tierschützer


Seit meiner Kindheit kenne ich das 

Mondkalb

Mittlerweile müsste das doch echt 

eine uralte Kuh sein. 


Kann man eigentlich in diesem speziellen Fall  

überhaupt von artgerechter Haltung sprechen, 

wenn das arme Tier ohne Artgenossen so

völlig vereinzelt gehalten wird? 


* * * * * * * * * 


Es ist eine Frage, ob man Südfrüchte im 

Allgemeinen, und Zitronen im Besonderen, 

nicht maschinell verarbeiten könnte. 

Aber in unserer hochtechnisierten Welt 

stellt sich mir die Frage: 


Warum muss ausgerechnet ein kleiner, 

gelber Schmetterling wie der

Zitronenfalter 

diese Südfrüchte falten? 


* * * * * * * * * 


Darauf hätte ich gerne Antworten. 

Egal, ob von der NASA, dem WWF, 

dem Tierschutzverein oder der 

europäischen Agrarindustrie. 



© drago 2013 





15. April 2013

Gewaltbereit


Die in vielen Teilen der 

Gesellschaft bestehende 

Bereitschaft, einfach 

Gewalt anzuwenden, 

macht manchem Sorge. 

Dabei ist es nicht verwunderlich. 

Die Natur macht es uns doch vor. 

Momentan kann man ja kaum 

vor die Tür gehen, ohne Gefahr 

zu laufen, da oder dort einen 

kräftigen Schlag zu erhalten. 



Die Finken schlagen.

Die Bäume schlagen aus. 

Überall wird wie wild geprügelt. 

Aber wenn es soweit ist, 

bin ich bereit. 


The Dragon strikes back! 



© drago 2013

11. April 2013

Umgefragt


Auf die Frage, ob sie der Meinung seien, 

dass die Ehe beim Mann auf Dauer 

zu Gleichgültigkeit und Unselbständigkeit

führe, antworteten in der Gruppe

der 35 - 49-jährigen Verheirateten

etwa 87 % der Befragten mit:

"Das ist mir eigentlich egal, 

und ausserdem müsste ich da sowieso 

erst meine Frau fragen!" 



© drago 2013

Reaktion


Als man den

Vorstandsvorsitzenden

auf das offensichtlich

mangelnde Interesse

der Mitarbeiter an der 

Entwicklung des Unternehmens

ansprach, meinte er nur:

"Is' mir sowas von egal!" 



© drago 2013

L U S T


Ich habe heute das

Motivationsseminar

einfach geschwänzt;

- hatte eben absolut

 keinen Bock drauf! 



© drago 2013

10. April 2013

Abstinenz


Man sagt, 
ein einfaches Gemüt
 sei leicht zu erfreuen.

Demnach muss mein Arzt über ein 
ziemlich einfaches Gemüt verfügen,
oder er kann schlecht rechnen.

Ich fragte ihn nach der
akzeptablen Menge an Alkohol.
Worauf er meinte, eine (1) Flasche Bier
pro Mann und Tag sei vertretbar.

Als ich ihm dann sagte, 
dass ich soviel unmöglich trinken könne,
zeigte er sich hocherfreut.

Vermutlich hat er nicht berechnet,
dass da bei mir und meinen
sieben Alter Egos
jeden Tag acht Flaschen Bier
erlaubt wären.

So eine dissoziative Persönlichkeitsstörung
hat zwar duchaus ihre Vorteile, aber
 was zuviel ist, ist zuviel. 



© drago 2013

Bessere Alternative


Heute war da wieder 
 so ein seltsamer Vogel, 
der meinte, es sei doch eigentlich  
ganz schön, wenn der Schnee 
so falle, das sei doch die 
'schöne Seite' des Winters. 

Er sah mich ganz perplex an, 
als ich meinte, dass ich das zwar 
nicht unbedingt schön, aber 
insgesamt doch beruhigend fände. 

Auf seine Nachfrage erklärte 
ich ihm dann, dass es mir bedeutend 
lieber sei, das Wasser komme in 
Form einzelner Schneeflocken 
vom Himmel, anstatt komplett 
als gefrorener Block. 
Das sei auch weniger gefährlich. 

Der sah mich an, 
als wäre ich eben grade 
vom Himmel gefallen. 
Dass die Leute aber 
auch nie richtig mitdenken! 



© drago 2013

9. April 2013

Ohne Navi


Heute habe ich eine 
 Reise ins Ich gemacht, 
und mich natürlich 
völlig verfranst. 

Wo ich da überall hinkam, 
oh Mann, was es da für wirklich 
gottverlassene Ecken gibt. 

Und die Verkehrsführung, 
sowas von wirr und unübersichtlich! 
Dann nichts so richtig beschildert. 
Es war eine einzige Katastrophe! 

Kaum jemand unterwegs, 
den man hätte fragen können. 
Hat man dann gefragt, 
bekam man so bestusste Antworten, 
dass man vorher schlauer war als nachher. 

Ich hätte beinahe nicht mehr  
herausgefunden aus mir selbst. 
Die Hauptverkehrsader führte scheinbar 
immer im Kreis herum. 

Und dann, hinter einer total 
 unübersichtlichen Kurve, 
die unscheinbare Abzweigung  
 nach rechts, fast ein Feldweg, 
führte wieder ins Jetzt.

Das nächste Mal
nur mit Navi! 



© drago 2013

In den Hintergrund geraten


Während sich die

Begonie 

allgemeiner Beliebtheit erfreut,

ist ihre ältere Schwester

in den Hintergrund geraten.

Das ist oft sehr traurig 

für die

Agonie. 



© drago 2013

Schade


Ach, ich wäre so gern 

das Zünglein an der Waage

- aber meine Frau 

ist Löwe



© drago 2013

Erklärung (im 3er-Takt)



Eins ist 
sicher:

Du fehlst 
mir! 

Niemand kann 
ermessen, 
wie sehr 
ich 
Deine Nähe  
vermisse! 

Aber meinem 
Herzen 
bist Du 
nahe. 

Daraus kann
Dich 
mir niemand 
rauben. 

Ich hoffe,
Du 
gehst nie 
fort 
aus meinem 
Leben. 

Eins ist 
sicher: 
Du wärst 
nicht
zu ersetzen. 

Ich 
liebe Dich! 
Und 
das wird 
auch 
immer so 
bleiben! 
 

© drago 2013 

Versehen - LQ68



Ein Killer aus Herten-Westerholt 

erschoss seine Opfer mit dem Colt. 

Eins, - es war zwar schon tot, - 

beschmutzt' das Hemd ihm mit Kot. 

Das hatte er so nicht gewollt. 
 


© drago 2013

Käuze



Draussen durch den stillen Wald 

der rauhe Ruf des Käuzchens schallt. 

Und vielen wird's bei diesem Klang 

ganz tief im Herzen ziemlich bang, 

gilt doch bei mancher Hasenpfote 

das Käuzchen als ein Todesbote. 

Ich find': Bei diesen Idioten 

ist der Verstand unter den Toten! 

 

© drago 2013